Interview mit Kärnten Convention

Interview mit Expert*innen der Tourismusregionen in Kärnten


Welche neuen Projekte bzgl. Locations oder Hotels sind in Planung oder bereits fertiggestellt?

Domäne Lilienberg
Weingut/Burg Taggenbrunn - speziell die Burg Taggenbrunn (neu renoviert) 
Gipfelhaus Magdalensberg - in Fertigstellung

Durch die Coronavirus-Situation und den entsprechenden Maßnahmen musste sich die MICE-Branche den gegebenen Umständen anpassen. Expert*innen der Tourismusregionen in Kärnten sprechen über die aktuelle Lage sowie weitere Aussichten.

Wie stehen Sie zu virtuellen Events?

Thomas Melcher, Region Villach: Rein virtuelle Events haben punktuell und anlassbezogen ihre Berechtigung. Persönlich sowie in der Destination sehen wir das Thema der Hybrid-Meetings als starken und wichtigen Portfoliobestandteil, den es zu verfolgen gilt. 

Andrea Rainer, Region Wörthersee: Die Vermittlung von Emotionen ist in virtuellen Events sehr schwierig. Speziell bei den Events in unserer Region spielt die Natur, Gastfreundschaft, persönlicher Kontakt etc. eine große Rolle.

Eva Pirolt, Region Mittelkärnten: Persönlich finde ich virtuelle Events und Veranstaltungen sehr toll – es funktioniert natürlich nicht für jedes Event und auch der persönliche Kontakt, Gespräche und der Austausch fehlen, aber für manche Formate bietet sich diese Lösung bestens an.

Markus Strutz, Region Klagenfurt: Es ist eine neue Form, die notgedrungen entwickelt wurde – wie heuer die Abhaltung des Bachmann-Preises rein via Videocall oder Teile des World Bodypainting Festivals. Was fehlt, ist der Flair vor Ort, die Stimmung und Interaktion, die sich zwischen Publikum und Veranstaltern/Künstlern entwickelt. Im business-Bereich sehe ich hier größere Chancen, da manche Besprechungen mindestens genauso effizient – auch mit dem Einsatz entsprechender Technologien – wunderbar abgehalten werden können.

 

Wie wird sich die Tagungsindustrie Ihrer Meinung nach aufgrund von COVID-19 verändern? 

Thomas Melcher, Region Villach: Die Entwicklung wird auch in die Richtung Hybridmeetings gehen. Ich denke der Anteil der Convention-Traveller wird stagnieren oder gar schrumpfen, die Wertschöpfung wird aber steigen, da hochwertige Produkte an Bedeutung gewinnen werden. Auch hier wird der Anteil an Hybridveranstaltungen dazu beitragen. … vor Ort weniger mit höherer Wirkung.

Andrea Rainer, Region Wörthersee: Es wird vermutlich zu einem geänderten Verhalten bei der Organisation und Abwicklung von Veranstaltungen, Tagungen, Meetings, Events kommen. Zukünftig wird wahrscheinlich genauer abgewogen, ob ein Meeting, ein Incentive, eine Tagung etc. unbedingt notwendig ist. Die Rahmenbedingungen (Hygiene etc.) werden sicherlich eine größere Rolle spielen als bisher. Andererseits werden einzelne Veranstaltungen an Wertigkeit zunehmen (z. B. Incentives oder Meetings in „echt“ und nicht virtuell, da persönliche Kontakte sehr wichtig sind bzw. gewisse Themen „in echt“ anders bzw. besser vermittelt werden können.

Eva Pirolt, Region Mittelkärnten: Schwierig zu sagen. Ich glaube, dass es auch darauf ankommt, wie lange diese „Corona-Situation“ anhält & wie sie sich entwickelt. Was ich auch glaube ist, dass es ein zweigespaltenes Lager gibt. Die einen, die trotzdem das „gewohnte“ Programm abhalten möchten, sofern erlaubt, und diejenigen, die nach wie vor Angst haben und die persönlichen Kontakte, Reisen,… so gut es geht weiterhin einschränken möchten. Daher glaube ich, dass es schwierig wird große Veranstaltungen, Kongresse in naher Zukunft abzuhalten. Vielleicht wäre es eine Idee, dass man sich auf kleine spezielle Geschichten fokussiert und diese mit hoher Qualität abhält.

Markus Strutz, Region Klagenfurt: Hier könnte es durchaus sein, dass speziell im Bereich kleinerer Meetings bzw. Tagungen weniger Veranstaltungen durchgeführt werden. Es wird sicher bewusster entschieden, wann bzw. ob überhaupt Dienstreisen für Meetings angetreten werden müssen. – Für Kärnten gibt’s hier sicher die Chance speziell im Incentive-Bereich eine höhere Aufmerksamkeit durch die aktuelle Situation zu erzielen.

© Christian Kaufmann
© Gert Steinthaler
© Christian Kaufmann
© Adrian Hipp
© Nationalpark Region Hohe Tauern/Glantschnig