Interview mit Convention Partner Vorarlberg

Interview mit Convention Partner Vorarlberg

Convention Partner Vorarlberg - bestehend aus dem Team Sabine Künz, Anja Neumann, Urs Treuthardt, Sabine Spiegel, Katja Seeberger sowie Janina Hristov - spricht im Interview mit der Österreich Werbung über regionale Zusammenarbeit und ihre Eventdesigns.


Wie hilft mir Ihr Convention Bureau bei der Planung / Umsetzung einer Veranstaltung?
Sabine Künz: Wir haben großes Interesse daran, Veranstalter bei der Planung von Kongressen, Tagungen und Seminaren zu unterstützten. Wir kennen unsere Partnerbetriebe und sind gut vernetzt mit regionalen Anbietern und der Wirtschaft. Unserer Rolle liegt sehr stark in der Beratung bezüglich Hotels, Rahmenprogramme, Veranstaltungszentren aber auch inhaltlich, wenn es darum geht neue Kongress- und Veranstaltungsformate einzuführen.
Im Kongressbereich verwalten wir Kontingente und übernehmen die Teilnehmerregistrierung und das Inkasso. Mit der hybriden Events Vorarlberg App bieten wir Veranstaltern eine digitale Kommunikationsplattform, die Veranstaltern über ein einfaches Lizenzmodell zur Verfügung steht. Zudem zertifizieren wir Veranstaltungen mit dem österreichischen Umweltzeichen als Green Meeting oder Green Event.
 
Wie kooperiert Ihr Convention Bureau mit lokalen Unternehmen? Wie werden diese in Ihr Servicenetzwerk eingebunden? Kooperiert Ihr Convention Bureau auch mit anderen Convention Bureaux?
Anja Neumann: Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und Anbietern verstehen wir als zentralen Bestandteil unserer Arbeit im Netzwerk. Im Vierländereck reicht „regional“ aber vor allem auch über die geografischen Grenzen hinaus. So entstand zum Beispiel die Studienreise „Grenzenloses Eventdesign“, eine Lernreise rund um den Bodensee, jenseits von Normen und Denkschranken – drei Tage, drei Länder, drei Workshops rund um das Thema Eventdesign. Das Projekt haben wir mit dem Switzerland Convention & Incentive Bureau und dem German Convention Bureau entwickelt. Ein anders Beispiel ist das micelab:bodensee, ein Zusammenschluss der Kongresshäuser und Convention Bureaux rund um den Bodensee. In diesem Netzwerk forschen und lernen wir mit und voneinander was eine lebendige Begegnungskultur bei Veranstaltungen ausmacht. Die Erkenntnisse und das Know-How stärkt unseren Kongress- und Tagungsstandort am Bodensee nachhaltig.
 
Welche neuen Projekte bzgl. Locations oder Hotels sind in Planung oder bereits fertiggestellt?
Urs Treuthardt: Die Seminar- und Tagungshotels in Vorarlberg haben in den vergangenen Monaten große Investitionen für umfangreiche Renovierungen von Zimmern, Räumlichkeiten und technischer Infrastruktur getätigt. Im Hotel Schwärzler, im Hotel Messmer sowie im Grand Hotel Bregenz by MGallery in Bregenz wurden die Seminarbereiche renoviert und vergrößert. In Rankweil eröffnet im Herbst 2020 das Firmament, eine neue Eventlocation mit Hotel und einem Konzept für Erlebnisgastronomie. Die Nachfrage für Seminare und Tagungen „im Grünen“ ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Letztes Jahr öffnete das Seminarhaus Wald 12 im Montafon, ein liebevoll renoviertes 400-Jahre altes Bauernhaus, das für 10-20 Personen Platz bietet. Auf 2.100 m kann in der Kaltenberghütte, umgeben von einer beeindruckenden Bergwelt, getagt werden. Neu entstanden ist auch der Panorama-Tagungsraum bei der Bergstation der Pfänder Bahn in Bregenz sowie der neue Dorfsaal in Mellau, ein imposantes Ensemble aus Glas, Holz, und Bregenzerwälder Baukultur.
 
Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit bei der Planung bzw. Durchführung von Veranstaltungen in Vorarlberg?
Sabine Spiegel: Dem Thema Nachhaltigkeit wird in Vorarlberg große Bedeutung zugeschrieben. Wir machen dies im Bereich Veranstaltungsindustrie durch die Teilnahme beim Global Destination Sustainability-Index, die weltweit größte Benchmarking- und Kooperationsplattform für die Tagungs- und Eventindustrie im Bereich Nachhaltigkeit, sichtbar. Seit 2013 sind wir als Convention Partner Vorarlberg Lizenznehmer des Umweltzeichens für „Green Meetings und Green Events“ und zertifizieren regelmäßig nachhaltige Veranstaltungen. 2019 wurden 25 Veranstaltungen in Vorarlberg als Green Meeting oder Green Event durchgeführt. Um das Bewusstsein bei den Tagungs- und Kongressanbietern weiter zu steigern haben wir einige Projekte mitinitiiert darunter z.B. das micelab:bodensee und das Netzwerk „Gastgeben auf Vorarlberger Art“.

Welche Incentives empfehlen Sie gerne und warum?
Janina Hristov: Es kommt natürlich immer auf die Jahreszeit an. Im Sommer ist zum Beispiel die Fahrt zur Rheinmündung mit der historischen Dampflok des „Rheinbähnles“ und anschließendem BBQ direkt am Bodensee ein absolutes Highlight. Wer sich für Architektur interessiert dem empfehle ich das spektakuläre Licht- und Raumerlebniss im Sykspace in Lech, welcher vom international renommierten Künstler James Turrell entworfen wurde. Wer die Vorarlberger Küche mit allen Sinnen erleben möchte, macht das am besten bei einer Kochrunde von Frau Kaufmann im Traditionsgasthaus Engel im Bregenzerwald. Im Winter gibt es zahlreiche Bergerlebnisse für Incentivereisen. Die unberührte Piste der Hochjoch Totale, die längste Talabfahrt Vorarlbergs, bei Sonnenaufgang abzufahren und anschließend ein reichhaltiges Bergfrühstück zu genießen, gehört für mich auf jeden Fall auf das Konto „was ich nie vergessen werde“.